Was bedeutet „Trendjacking im digitalen Marketing“ für Marken?
Was sind Trends? – Allgemeine Definition
Ein Trend beschreibt eine allgemeine Entwicklung oder Veränderung im menschlichen Verhalten oder in gesellschaftlichen Strukturen, die sich in eine bestimmte Richtung bewegt.
Megatrends sind langanhaltende, tiefgreifende Entwicklungen mit globaler Wirkung. Sie prägen Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie über Jahrzehnte. Beispiele sind Digitalisierung, Urbanisierung und Klimawandel – allesamt hochrelevant für digitales Marketing.
Im Allgemeinen lassen sich Trends in drei Kategorien einteilen:
- Megatrends (langfristig, global)
- Verbrauchertrends (mittelfristig, marktorientiert)
- Produkttrends (kurzfristig, oft saisonal)
Diese Kategorien unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Langlebigkeit und Reichweite.
Warum Marken Trendjacking im digitalen Marketing nutzen
Trendjacking im digitalen Marketing ist eine Strategie, bei der Marken und Creator gezielt aktuelle virale Themen nutzen, um ihre Inhalte relevanter, sichtbarer und wirkungsvoller zu machen. Die Vorteile dieses Ansatzes sind vielfältig:
- Erhöhte Sichtbarkeit Durch die Integration beliebter Themen wird eine Marke Teil laufender Gespräche und erreicht ein größeres Publikum.
- Höhere Interaktion Menschen reagieren eher auf Inhalte, die sich auf aktuelle gesellschaftliche Diskussionen oder Popkultur-Trends beziehen – Likes, Shares und Kommentare steigen ganz natürlich an.
- Kosteneffiziente Content-Produktion: Da Trends schon Teil des öffentlichen Diskurses sind, kann Content schneller und günstiger erstellt werden.
- Relevanz und Aktualität: Marken, die an angesagte Gespräche teilnehmen, wirken zugänglich und präsent – ein wichtiger Faktor für die Markenwahrnehmung.
- Mehr Traffic: Beliebte Hashtags und virale Themen lenken die Aufmerksamkeit gezielt auf die eigenen Inhalte einer Marke.
- Stärkere Kundenbindung: Indem Marken sich mit den Interessen und Emotionen ihres Publikums beschäftigen, bauen sie langfristiges Vertrauen und Nähe auf.
Wenn du mehr über Inhaltsunterschiede auf beliebten Social-Media-Plattformen erfahren möchtest, klicke hier: Inhaltliche Unterschiede.
Risiken des Trendjacking im Digital Marketing – Was Marken beachten sollten
Immer mehr Marken und Creator nutzen Trendjacking im digitalen Marketing, um kurzfristig Reichweite und Aufmerksamkeit durch virale Themen zu gewinnen. Die Strategie kann funktionieren – aber sie ist nicht ohne Risiko. Besonders wenn der gewählte Trend nicht zur Markenidentität passt, kann ein scheinbar cleverer Schachzug schnell zu einem strategischen Fehler werden.
Was kurzfristig Klicks bringt, kann langfristig das Vertrauen kosten. Wenn Trendjacking im digitalen Marketing als unecht oder rein opportunistisch wirkt, kann das echten Reputationsschaden anrichten.
Wenn der Trend nicht zur Marke passt
Ein viraler Hype kann definitiv für Aufsehen sorgen – aber nur, wenn er zur Markenidentität passt. Andernfalls wirkt die Kampagne schnell erzwungen oder willkürlich. Die Leute merken sofort, wenn eine Marke sich verbiegt, nur um mitzumachen.
Das Problem: Ein überhasteter Versuch, sich einem Trend anzupassen, kann die eigene Markenbotschaft verwässern. Statt Nähe zu fördern, schafft es Distanz. Die Marke verliert an Klarheit – und damit an Glaubwürdigkeit. Das wird besonders kritisch, wenn der Trend bei der Zielgruppe oder im Produktangebot nicht ankommt. In dem Fall fühlen sich bestehende Kunden eher entfremdet als eingebunden.
Trendjacking im digitalen Marketing erfordert daher Sensibilität: nur Trends, die wirklich zur Markenidentität und Zielgruppe passen, sollten überhaupt in Betracht gezogen werden.
Rufschädigende Risiken durch unsensible Inhalte
Trends sind oft nur von kurzer Dauer – und manchmal auch sensibel. Ohne sorgfältiges Nachdenken kann man beim Mitmachen direkt in kulturelle oder ethische Fettnäpfchen treten. Ohne das richtige Verständnis des Kontexts kann eine clevere Idee schnell in eine PR-Katastrophe münden.
Gerade im sensiblen Umfeld des Trendjacking im digitalen Marketing sollten Marken Trends stets auf mögliche Kontroversen und Kommunikationsrisiken prüfen. Und wenn Kritik aufkommt: ruhig bleiben, transparent kommunizieren und offen für Korrekturen sein. So kann der Ruf geschützt werden – selbst mitten im Sturm.
Zu viel des Guten: wenn Trendjacking zur Routine wird
Trendjacking im digitalen Marketing kann funktionieren – aber nicht als dauerhafte Strategie. Marken, die ständig dem nächsten Hype hinterherjagen, wirken bald unoriginell. Das Publikum merkt: Hier geht's um Aufmerksamkeit, nicht um echten Mehrwert.
Deshalb sollte Trendjacking immer Teil einer gut durchdachten Content-Strategie sein. Es ist besser, sich gezielt mit Trends zu beschäftigen, die zum Brand passen und langfristig aufbauen – anstatt bei jedem vorbeiziehenden Hype mitzumachen.
Marken ist es klug, nicht jedem Trend hinterherzujagen, sondern diejenigen Themen auszuwählen, die mit ihrer Botschaft übereinstimmen und zum langfristigen Markenaufbau beitragen. So wird Trendjacking im digitalen Marketing nicht zur Falle, sondern zu einer strategischen Chance.

Das Balkendiagramm mit dem Titel „2025 Trendjacking – Relevante Marketing-Statistiken“, stammt aus Amra & Elma , zeigt fünf wichtige Kennzahlen, die die aktuellen Entwicklungen im digitalen Marketing und Trendjacking widerspiegeln:
- Anzahl der Social-Media-Nutzer (5,24 Milliarden): Hebt die enorme Reichweite potenzieller Micro-Trends hervor.
- Durchschnittliche tägliche Social-Media-Nutzung (143 Minuten): Hebt hervor, wie tief die Nutzer mit ihren Feeds verbunden sind.
- Globale Social-Ad-Ausgaben (USD 276,7 Milliarden): Zeigt, dass trotz Skepsis gegenüber Viralität immer noch erhebliche Investitionen in Social Advertising getätigt werden.
- Social Listening Adoption (62%): Zeigt, dass Marken immer mehr auf Echtzeit-Trendüberwachung setzen.
- Generative AI Nutzung durch Marketers (83%): Zeigt die zunehmende Rolle von KI bei der schnellen Erstellung von trendgetriebenen, zielgruppenorientierten Inhalten.
Trendjacking wird immer präziser, datengetriebener und kulturell eingebunden – nicht mehr laut, sondern relevant für die richtigen Zielgruppen.
Ein Beispiel für Trendjacking im Digital Marketing
2017 startete Pepsi eine Werbekampagne mit Kendall Jenner, die versuchte, sozial relevante Protestbewegungen zu nutzen, um ein Gefühl von Einheit zu vermitteln. Die Botschaft wurde stark kritisiert, weil sie politische Bewegungen wie Black Lives Matter trivialisierte. Pepsi zog die Kampagne nur wenige Stunden nach Veröffentlichung zurück und entschuldigte sich öffentlich, da das Video als unsensibel wahrgenommen wurde.
Quellen: The Guardian, Do 6. Apr 2017
Trendjacking im digitalen Marketing ohne eine echte Verbindung kann einer Marke langfristigen Schaden zufügen – eine klare Warnung, bevor man blind einem Hype folgt.
Fazit – Trendjacking im Digital Marketing 2025: Relevanz vor Reaktion
Auch im Jahr 2025 bleibt Trendjacking ein mächtiges Werkzeug im digitalen Marketing – doch seine Wirksamkeit hängt zunehmend von strategischer Tiefe und kultureller Sensibilität ab. Marken, die mehr tun als nur Trends nachzuahmen und sie stattdessen durchdacht in ihre Identität und Kommunikation mit ihrer Zielgruppe integrieren, erzielen mehr als nur kurzfristige Aufmerksamkeit: Sie schaffen echte Relevanz. Ein bewusster, strategischer Ansatz beim Trendjacking im digitalen Marketing stärkt die Markenresilienz und fördert langfristige Kundentreue. In einer Ära, die von KI, Social Listening und Echtzeitdaten geprägt ist, ist Trendjacking nicht lauter, sondern smarter.
